Am Ende können wir nur noch in unsere weichgespülte Wäsche weinen

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Noch nie, wirklich noch nie habe ich die Natur so krass erlebt, wie in Island. Noch nie war ich von der Natur so beeindruckt und gleichzeitig eingeschüchtert. Ich habe schon vorher ganz tolle, schöne Landschaften gesehen. Zum Beispiel auf Gotland. Da ist die Landschaft wunderschön. Wunderschöne Sandstrände und an der nördlichsten Spitze sieht man Steinfelsen, die aus dem Meer herausragen oder sich an der Küste sammeln. Und wunderbar klares Wasser. Eine Küstenstraße, von der wir bei Sonnenschein einen traumhaften Ausblick auf das Meer genießen konnten. Wirklich wunderschön.

Doch noch nie ist mir die Kraft, die in dieser Erde steckt so bewusst gewesen. In einem Vulkan, unter dem es brodelt, da drin ist eine Kraft so stark, dass sie riesige Felsbrocken wie Jonglierbälle in die Luft schleudern kann. Und uns zeigt, was alles in ihr steckt. Feuer und Funken, Steine und Staub so dick, dass er den Tag verdunkelt. Das kann kein Mensch aufhalten.

Man wird klein. Wenn man das alles sieht, fühlt man sich klein. Wir saßen in einem kleinen Kino und ich musste mich wirklich zusammenreißen. Dort schauten wir einen Film über den Ausbruch des Eyjafallajökull auf Island. Gedreht von der Familie, die direkt am Fuße dieses Vulkans lebt und dort einen Bauernhof betreibt. Vom Kino aus konnten wir ihn direkt sehen, den Eyjafallajökull. Noch mit Schnee bedeckt konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass da tatsächlich eine unberechenbare Masse herauskommen kann, die kein Halt kennt.

Die Bilder des feuerspuckenden Berges waren so ergreifend. Die Aufnahmen zeigten ein riesiges Gebiet auf dem es rauchte und unaufhörlich Lava floss. Eine Nachtaufnahme zeigte, dass es überall glühte und brannte. Ein Helikopter flog über das Gebiet und zeigte später das unglaubliche Ausmaß des Ausbruchs und den Krater, der entstanden war. Meine Gefühle waren so krass gemischt: Einmal fasziniert von dem Innenleben eines Vulkans. Was da so alles unter Erde passiert, ist irgendwie unvorstellbar. Und dann war ich zweimal traurig. Einmal, weil ich so mit dieser Familie fühlte, die schon seit mehreren Generationen dort lebt und aufgrund des Vulkanausbruchs um ihre Existenz kämpfen mussten. Das zweite Mal, weil die Natur so einzigatig ist. Und wir es nicht zu schätzen wissen.

Wir lassen das Wasser selbstverständlich laufen, verursachen Müll wie bescheuert und fliegen für Spottpreise um die Welt. Wir regen uns über zu viel Plastik auf, bestehen aber beim Einkauf auf eine tolle Plastiktragetasche, um 2 Brötchen nach Hause zu schaukeln. Putzen mit irgendwelchen Powerreiniger-Chemiebomben die Wohnung und spülen den Dreck einfach weg. Hauptsache alles blitzt mit möglichst wenig Aufwand. Dosieren das Waschmittel zu hoch und benutzen dann noch den feinen Weichspüler für extra weiche Handtücher. Wollen immer gut und günstig essen, aber keinen Gedanken an die Konsequenzen verschwenden. Wir sind so egoistisch. Ich bin egoistisch. Ich versuche auf Dinge zu achten, dennoch bin ich egoistisch. Ich mache es mir leicht und benutze Küchenpapier, weil es einfach schneller geht und so bequem ist.

Doch ich bin mir sicher, die Natur wird es uns allen zeigen. Dann können wir in unsere kuschelweichen Handtücher weinen.

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Noch gibt es Gletscher zu bestaunen und Eisschollen, die im Meer treiben. Es gibt auch noch Robben und Möwen zu bewundern, wie sie sich auf den kleinen Eisbergen sammeln oder im eiskalten Wasser schwimmen. Jeder bewundert doch so etwas, und findet es toll Tiere und die Natur zu beobachten. Und gleichzeitig sind wir die, die das alles zerstören.

Als ich die kilometerlangen Lavafelder sah, die die Landschaft auf Island prägen und dort riesige Teile des Landes unbewohnbar machen, dann hat man vor Augen, welche Macht die Natur hat.

Wenn man einen Strand entlang läuft, an dem der Atlantik mehr als menschenhohe Wellen an den Strand treibt, dann kann man ganz leicht erkennen, dass man auch gegen Wasser nie eine Chance hätte. Auf dem Rückweg kam uns ein Wind entgegen, der uns fast auf der Stelle gehen ließ und ich froh war, dass es nur ein paar hundert Meter waren, die ich im Gegenwind gehen musste.

Wir sagen zwar immer, dass wir die Natur schützen müssen, doch ich glaube in Wirklichkeit sind wir immer noch zu ignorant. Wir wollen die Wahrheit nicht sehen, denn alles läuft ja soweit. Naturkatastrophen gibt es zwar immer mehr und auch heftiger, aber auch die werden wieder vergessen. Alles wird wieder aufgebaut und die Schutzdämme werden höher.

Nach ein paar Tagen in der Natur, kamen wir wieder in die Stadt. Auf einmal kam mir das alles so banal vor. Verglichen mit der beeindruckenden Natur, kamen mir die ganzen Geschäfte und Häuser und überhaupt der ganze Beton so überflüssig vor. Auch ich werde mich wieder in Alltagsdingen verlieren, deswegen wollte ich das unbedingt jetzt aufschreiben, jetzt wo meine Eindrücke noch so frisch sind.

Klar, es gab auch in der Vergangenheit Temperaturschwankungen und Klimawechsel. Doch so ‚fortgeschritten‘, wie wir heute leben. Mit all‘ dem Verkehr, den Verkehrsmitteln, Fabriken und und und. Das hat sich ja auch alles erst entwickelt und da denke ich, kann man doch noch gar nicht das ganze Ausmaß vorhersehen. Was diese ganze Belastung für die Umwelt bedeutet und wie sie darauf reagiert, das werden wir sicher noch zu spüren bekommen.

Ich denke oft darüber nach, was ich persönlich machen kann, um wenigstens etwas zu tun.
Auf diese Dinge versuche ich bereits zu achten:

– keine Plastiktüten nehmen
– keinen Weichspüler benutzen
– auf die Dosierung von Waschmittel, Putzmitteln, Geschirrreiniger achten (ich habe gelesen, dass die Überdosierung ein echtes Problem ist und es sehr viel Energie braucht, um alle Bestandteile aus dem Wasser herauszufiltern)
– Essigreiniger zum Putzen und solche, die die Umwelt nicht zu sehr belasten
– wenn möglich regionale Lebensmittel und auch Bio-Produkte
– Ökostrom, kein Auto, viel Fahrrad fahren
– to go-Becher vermeiden
– Müll trennen
– Recycling-Taschentücher + Toilettenpapier, kompostierbare Mülltüten
– Lebensmittel mit überflüssiger Verpackung (vor allem Plastikverpackungen) vermeiden
– Lebensmittel mit Palmöl werden nicht gekauft

Zum Putzen und für die Wäsche kann ich die Frosch-Produkte empfehlen. Ich hoffe, dass sie auch versprechen, was auf der Verpackung steht. Die meisten sind nämlich zu 99% abbaubar. Auch der Preis ist echt super. Im Bioladen habe ich letztens eine Waschmittelverpackung gesehen, die nicht aus Plastik, sondern aus Zuckerrohr hergestellt wird. Das finde ich echt super und ich unterstütze so etwas sehr gerne.

Wo hat euch die Natur schon beeindruckt? Und auf was achtet ihr im Alltag? Vielleicht habt ihr noch weitere Tipps und Tricks?

LG,
p.

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Veröffentlicht von

irgendwieblog

Hej Hej! Ich heiße Lisa und möchte einfach ein paar Ideen, Tipps und Inspirationen teilen. Ich koche gerne ohne Rezept. Ich liebe Mode und Kosmetik und Pinterest.

4 Gedanken zu „Am Ende können wir nur noch in unsere weichgespülte Wäsche weinen“

  1. Ich glaube, das ist der schönste Artikel, den ich bis jetzt von dir gelesen habe. Vielen Dank dafür.
    Ich bin immer wieder beeindruckt, wenn bei guter Wetterlage die Alpen zum Greifen nah erscheinen. Aber auch das Meer ist unglaublich und ich fühle mich wie du ganz klein.
    Wir haben gerade eine Photovoltaikanlage montieren lassen und produzierten jetzt unseren eigenen Strom, solange es hell ist, und speisen den Überschuss ein. Ich benutze schon seit Jahren keinen Weichspüler mehr, und dosiere das Waschmittel so vorsichtig wie möglich. Wir passen mit dem Wasser auf, selbst der Kleine kennt schon das Wort Verschwendung, und zum Einkaufen nehme ich ewig die gleichen Taschen. Müll wird getrennt, aber mindestens 35 l fallen pro Woche trotzdem an Restmüll an. Da würde ich mich gern verbessern.
    Bio kaufe ich selten, weil es hier im Vergleich sehr teuer ist.
    Ich könnte mehr machen, denke ich, aber ich muss gestehen, dass ich für vieles zu bequem bin. (Ich hatte z.B. für Kind 3 Stoffwindeln, bin für Nr.4&5 aber wieder zu den Einmalwindeln zurück, weil ich es aufwändig und unpraktisch fand.)
    Aber das Thema würde ich mir u.a. ausführlicher als Unterrichtsthema in der Schule wünschen.

    1. 🙂 Ich finde auch beides toll, Meer und Berge. Ich kann mich da gar nicht entscheiden.
      Ich kenne einige, die viele Dinge beachten und sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Aber ich kenne auch viele, die sich auf diesem Gebiet absolut keine Gedanken machen, oder vielleicht auch zu wenig wissen. Das erschreckt mich manchmal. Deshalb finde ich auch, dass mehr Aufklärung notwendig ist. Dass man sich wenigstens Gedanken macht und auch versteht, dass man nicht alles perfekt machen kann, aber dass einiges im Alltag umsetzbar ist und nicht alles für selbstverständlich nimmt. Die Prioritäten liegen heute woanders. Hauptsache Spaß am Leben, das Leben genießen und wenn man dann noch an die Umwelt denken soll, dann bedeutet das gleichzeitig viele Einschränkungen. Aber ich merke das ja selbst, man hat es nicht leicht. Erzählt man einmal, dass man kein Fleisch isst und Ökowaschzeug benutzt, wird man kritisch beäugt. So nach dem Motto, dann darfst du ja auch das und das nicht. Sowas ärgert mich und ist doch auch totaler Quatsch.

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